LearningApps.com – interaktive Lehr- und Lernumgebungen leicht gemacht

Ich habe mich letzte Woche mit dem technischen Modul 3 des LIN:K-Kurses beschäftigt. Dabei ging es unter anderem um Web 2.0 und interaktive Online-Tools im Unterricht. Ich selbst habe in meiner Schulzeit und meinem Studium immer sehr gerne WBT oder CBT-Aufträge erledigt, die interaktiv und abwechslungsreich gestaltet wurden. Mich hat vor allem das selber ausprobieren und die anschliessende Auswertung bzw. das Überprüfen der Lösungen motiviert. So wusste ich immer, was ich schon verstanden habe, welche Inhalte mir noch fehlen und wo ich allenfalls nachfragen muss. Zusätzlich empfinde ich die abwechslungsreiche Mischung aus Textinformationen, Videos, Bildern und interaktiven Elementen besonders interessant und auch lehrreich, da damit mehrere Sinneskanäle angesprochen werden. Aufgrund dieser Vorgeschichte möchte ich solche interaktiven computer- und internetbasierten Tools unbedingt in meinen Geographieunterricht auf Sekundarstufe II integrieren. Ich konnte mir bislang nur nicht so recht vorstellen, wie ich das anstellen soll, da ich nur über sehr geringe Programmierkenntnisse verfüge und der Aufwand für eigene interaktive Lernelement damit doch ins Unermessliche steigen wird. Oder etwa doch nicht?

Im LIN:K-Kurs lernten wir mit LearningApps und HotPotatoes zwei Tools kennen, mit denen relativ einfach und ohne Programmierkenntnisse interaktive Lernbausteine erstellt werden können. Dabei handelt es sich um so genannte Autorenwerkzeuge, mit Hilfe deren verschiedene Medien zu Lernmaterialien didaktisch aufbereitet werden können. Weitere Informationen zu Autorenwerkzeugen und Informationssystemen sind im Kapitel 5 des E-Book L3T übersichtlich und kompakt dargestellt. Ich möchte im Folgenden kurz auf LearningApps.com zu sprechen kommen.

Die Web 2.0-Anwendung LearningApps.org bietet eine Vielzahl an bereits erstellten Lernbausteinen, welche nach Fächer geordnet sind und falls passend direkt für den eigenen Unterricht übernommen werden können. Um sich in der Vielzahl von Apps orientieren zu können, gibt es die Möglichkeit, die Suchergebnisse nach Stufe und Sprache zu filtern (z.B. nur Sekundarstufe II). Für das Unterrichtsfach Geographie auf Sekundarstufe II sind unter den Suchergebnissen z.B. folgende Apps am Besten bewertet:

learning app

Meistens ist es nun aber so, dass die Inhalte nicht ganz genau zum eigenen Unterricht passen. Dazu stehen eine grosse Auswahl an Vorlagen zur Verfügung (z.B. Gruppenpuzzle, Lückentext, Kreuzworträstel, Mehrspielerquiz, Multiple-Choice-Quiz etc.), die mit den eigenen Sachinhalten gefüllt werden können. Es gibt dabei genügend Auwahl  für eine Vielzahl von Methoden. Insgesamt können Lernbausteine zu folgenden Kateogrien generiert werden; Auswahl, Zuordnung, Sequenz, Schreiben, Mehrspieler und Werkzeuge. Daneben können auch eigene Ideen für eine neue Vorlage vorgeschlagen werden, welche dann gegebenenfalls durch die Administratoren umgesetzt werden. Interessierte können im Tutorial einen ersten Eindruck gewinnen. Einen Überblick über das Tool sowie eine Anleitung anhand eines Beispiels gibt auch folgendes Video:

Zusammengefasst ist LearningApps.org eine tolle und kostenlose Web 2.0.-Anwendung, um den eigenen Unterricht interaktiv und multimedial aufzuwerten. Zudem laden die vielen bereits veröffentlichten Apps zum Durchstöbern ein und es ergeben sich neue und wertvolle, alternative Handlungsmuster. Wer schnell und unkompliziert einen E-Learning Baustein für sein Unterrichtsfach erstellen will, dem kann ich dieses Tool nur empfehlen.

Advertisements

Erste Erfahrungen im LIN:K-Modul

Ich studiere jetzt seit gut zwei Monaten an der PHTG und konnte im Rahmen des LIN:K-Moduls schon einige Erfahrungen mit Informations- und Kommunikationstechnologien sammeln. Neben dem Kennenlernen von LMS (Learning Management System) der PHTG  wie Moodle, Mahara oder Ilias wurden die Möglichkeiten, wie Foren zur Kommunikation im Lernprozess genutzt werden können auf spielerische Arte und Weise erlernt. So durften sowohl Behauptungen zur eigenen Person erstellt als auch Rätsel gemeinsam gelöst werden. Ein wichtiger Anteil bislang hatte die Gestaltung einer PLE (Personal Learning Environment). Mit iGoogle konnte ich eine eigene persönliche Startseite erstellen, die mir sehr schnell Zugang zu wichtigen Links, noch zu erledigenden Aufgaben (Haftnotizen), Terminen, dem Wetter oder für mich relevanten News ermöglicht. Alle weiteren wichtigen Lern- und Managementtools können einfach in iGoogle verlinkt werden, wodurch dies zu meinem ganz persönlichen Knotenpunkt für die Arbeit mit dem Internet wird.

iGoogle

Besonders wertvoll finde ich das Social Bookmarking Tool Diigo. Es hilft, die besuchten Websiten mit Lesezeichen zu versehen, die von überall zugänglich sind und mit allen anderen Usern geteilt werden können. Durch das Setzen von Schlagwörtern (tags) können einmal gespeicherte Bookmarks in grossen Linksammlungen rasch wiedergefunden werden. Ebenso können Linksammlungen von anderen Usern schnell und unkompliziert thematisch nach Schlagwörtern durchforstet werden.

Diigo

Diesen Blog habe ich ebenfalls mit meiner Schaltzentrale iGoogle verlinkt. Im Blog sehe ich ein nützliches Reflexionsinstrument, wo Lerninhalte noch einmal gründlich durchdacht und auf den persönlichen Nutzen analysiert werden können. Besonders wertvoll dabei ist, dass die Inhalte des Blogs öffentlich sind und somit der ganzen Welt offenstehen. Somit konsumiere ich als User nicht nur vorgegebnene Inhalte, sonden produziere aktiv neue Inhalte, was als Kerngedanke der Web 2.0-Technologie gilt und völlig neue Möglichkeiten im Umgang mit dem Internet in Lehr- und Lernumgebungen eröffnet.

Jetzt wo ich weiss, wie ich meine eigene persönliche Lernumgebung gestalten kann, wie ich einen Blog eröffne und eine Beitrag schreibe sowie mit Diigo Bookmarks setzen kann stellt sich natürlich die Frage, wie ich diese Tools und Features in meinem Unterricht einsetzen kann. Als angehender Sek-II-Lehrer für das Unterrichtsfach Geographie ergeben sich sicherlich einige Möglichkeiten. Auf ein paar, die mir spontan einfallen, möchte ich deshalb kurz eingehen. Mittels „Social Bookmarking“ können Sammlungen von Links zu verschiedenen geographischen Themen angelegt werden, welche dann für Vorträge, Projektarbeiten oder Präsentationen genutzt werden könnten. Dies ist insbesondere dann toll, wenn nicht alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Themen gleichzeitig bearbeiten. So könnte bei einer zweiten Durchgangsphase viel Recherchezeit gespart werden, wenn direkt in Bookmarks der Klassenkolleginnen und -kollegen mittels Schlagwörtern gesucht werden kann. Die PLE hilft mir und den Schülerinnen und Schülern, ihren Lern-, Organisations- und Rechercheprozess im Internet zu steuern. Dies ist aber (bis auf die Links) fachunabhängig und sehr individuell. Ich kann mir durchaus vorstellen, zu Beginn eines Schuljahres kurz darauf einzugehen, damit die nachfolgenden, selbständigen Aufträge in Verbindung mit dem Internet durch die Schülerinnen und Schüler besser geplant und durchgeführt werden können. Der Blog wäre gut als Lerntagebuch geeignet, um die Metakognition der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Dadurch soll angestrebt werden, dass die behandelten Inhalte gründlich und vor allem regelmässig durchdacht werden. Ebenso können durch die Blogroll-Funktion die Gedankengänge von Klassenkolleginnen und -kollegen mitverfolgt werden, was für den eigenen Lernprozess als zusätzliche Ressource dienen kann.

Die soeben beschriebenen Tools zeigen mir, dass das Internet und die modernen Kommunikationstechnologien auch für den Unterricht je länger je wichtiger werden. Dadurch ergeben sich für den Schulalltag nicht nur viele neue und abwechslungsreiche Methoden, sondern es werden auch im Sinne eines kompetenzorientierten Unterrichts wichtige Fähigkeiten im Umgang mit neuen Technologien geschult.

Für alle Interessierten gibt das Lehrbuch L3T einen guten und umfassenden Überblick über die Möglichkeiten von neuen Technologien im Unterricht.